MouseJack

Die IT-Sicherheitsfirma „Bastille Networks“ warnte 2016 vor MouseJack. Sie fanden heraus, dass kabellose Tastaturen und Mäuse von bekannten Herstellern (Logitech, Dell, Microsoft, Lenovo, HP, Anker, Toshiba, EagleTec, General Electric, Insignia, Kensington, Radio Shark…) anfällig für Angriffe sind. MouseJack sind Sicherheitslücken in den Geräten und ermöglicht einen Computer aus 100 Meter Entfernung zu hacken und Malware oder ein Rootkit zu installieren.

Wie funktioniert das?
Der Funk-Empfänger oder Funk-Transceiver sendet alle Informationen der kabellosen Geräte via WIFI (2,4 GHz ISM-Band) unverschlüsselt an den USB-Dongle. Für 15 $ könnte ein „böser“ Hacker im Umkreis von 100 Meter die komplette Kontrolle übernehmen und die Funksignale abfangen, um eigene Daten zu senden. Dadurch können Tastenanschläge (1000 Wörter/Minute) anstelle von Mausklicks generiert werden und somit in nur 10 Sekunden ein Rootkit installieren. Hierbei können neben Anmeldeinformationen, Kreditkartendaten, Passwörter, Dokumente, E-Mails, sowie Programme hinzufügen und löschen.

Warum sollte jemand mich angreifen?
Zum einen wären Privathaushalte und ein persönlicher Angriff. Diebstahl von Identitäten werden benutzt um sich als Sie auszugeben. Dies kann zu einer negativen Kreditwürdigkeit führen. Nur durch einen Rechtsstreit können diese Daten zurück gefordert werden. Ein anderes Szenario wären Firmen und Unternehmensspionage. Durch einen erfolgreichen Angriff bleibt bösartige Software installiert, auch wenn es inaktiv ist, kann der Angreifer sich jederzeit mit dem Firmennetzwerk verbinden und auf anderen Rechnern zu verbreiten.

Welche Lösungen gibt es?
Benutzen Sie kabelgebundene oder Geräte mit Bluetooth. Diese sind durch ein gesichertes Übertragungs- und Verschlüsselungssystem nicht angreifbar. Alternativ lassen sich manche Geräte mit einem USB-Kabel anschließen oder der Hersteller bietet eine neue Firmware an.

Videos:

Quellen: bastille | mousejack | keysniffer | thehackernews | golem | github

Ordnerstruktur

Für ein nachhaltiges, verbindliches und transparentes System, sollten Firmen Ihre Teams an der Entwicklung einer Ablagesystematik beteiligen. Dadurch werden Dokumente einheitlich abgelegt um personenunabhängig gefunden zu werden. Somit entstehen klare Vorgaben für gemeinsame Standards und bei Abwesenheit bleibt jeder voll arbeitsfähig.

Eine einheitliche Ordnerstruktur bietet Vorteile:

  • Auffinden von Unterlagen
  • Erzeugen eines Leitsystems
  • Verringerung von Suchzeiten
  • Steigerung der Produktivität
  • Optimierung der Arbeitsbereiche
  • Abbau von Doppel- und Dreifachdateien

Eine effektive Ordnerstruktur erfüllt drei Kriterien:

  1. Übersichtlichkeit: Auf einer Hierarchieebene sind nur so viele Ordner, wie man auf einen Blick erfassen kann.
  2. Nachvollziehbarkeit: Die Ordnerstruktur muss auch für fremde Nutzer intuitiv nachvollziehbar sein.
  3. Schnelligkeit: Ziel ist es, mit drei Klicks die gewünschte Datei zu finden.

Eine Dateiablage wo alle drei Kriterien erfüllt, ist das 7-Ordner-System. Jeder Hauptordner hat maximal sieben Unterverzeichnisse und jedes Unterverzeichnis hat maximal sieben Unterordner. Unser Arbeitsgedächtnis kann maximal sieben Informationsblöcke gleichzeitig aufnehmen, somit ist das System von sieben Ordnern auf jeder Ebene laut Studien gehirngerecht und erleichtert die Orientierung.

Eine sinnvolle Ordnerstruktur in einer Firma könnte so aussehen:

  1. UNTERNEHMEN
    • 1.1 Verträge
    • 1.2 Partner
    • 1.3 Kunden
    • 1.4 Lieferanten
    • 1.5 Projekte
    • 1.6 Produkte
    • 1.7 Finanzen
      • 1.7.1 Rechnungen
        • 1.7.1.1 Akten
        • 1.7.1.2 Einnahmen
        • 1.7.1.3 Ausgaben
        • 1.7.1.4 Steuern
        • 1.7.1.5 Personalwesen
    • 1.8 Vertrieb & Marketing
      • 1.8.1 Kunden
        • 1.8.1.1 Anfragen
        • 1.8.1.2 Angebote
        • 1.8.1.3 Aufträge
        • 1.8.1.4 Rechnungen
        • 1.8.1.5 Preislisten
      • 1.8.2 Lieferanten
        • 1.8.2.1 Anfragen
        • 1.8.2.2 Angebote
        • 1.8.2.3 Aufträge
        • 1.8.2.4 Rechnungen
        • 1.8.2.5 Preislisten
      • 1.8.3 Werbung & Veranstaltungen
        • 1.8.3.1 Presse
        • 1.8.3.2 Konzepte
        • 1.8.3.3 Präsentationen
        • 1.8.3.4 Verträge
        • 1.8.3.5 Medien
          • 1.8.3.3.1 Filme
          • 1.8.3.3.2 Fotos
          • 1.8.3.3.3 Musik

Eine sinnvolle Ordnerstruktur im privaten Bereich könnte so aussehen:

  1. AUDIO
    • 1.1 Alben
    • 1.2 DJ-Sets
    • 1.3 Hörbücher
    • 1.4 Mixed nach Genre
      • 1.4.1 Electronic
      • 1.4.2 Hip-Hop
      • 1.4.2 Pop
    • 1.5 Soundtracks
  2. BOOKS
  3. DOKUS
  4. FILME
  5. SERIEN
  6. SOFTWARE
  7. VIDEOS

Folgendes bei der Ordnerstruktur und Dateiablage vermeiden:

  • Ordner nicht Allgemeines, Diverses, Verschiedenes oder Sonstiges benennen
  • Ordner in Firmen über 30 Mitarbeiter nach Alphabet (ABC, DEF, GHI…) sortieren
  • Ordner oder Dokumente nicht auf dem Desktop ablegen, dies führt ansonsten zu Chaos
  • Ordner oder Dateien mit aussagekräftige Namen versehen, damit diese leichter gefunden werden können

Quellen: business-wissen.de | sekretaria.de | impulse.de
Ergänzungen: MF ► 11.11/2020

Homeoffice

Viele Firmen erwarten durch Home-Office die gleiche effizient und Zuverlässigkeit wie im Büro. Von Zuhause arbeiten, stellt die eigene Selbstdisziplin auf die Probe. Die Einarbeitung benötigt natürlich etwas Zeit und Geduld. Dazu kommen spontane Ereignisse wie Anrufe oder Nachrichten wo die Konzentration beeinflusst. Solche Ablenkungen mit trinken oder essen nutzen. Dies hilft dem Geist die nötige Ruhe, Kraft und Energie wieder zu finden.

Der Grundstock ist eine angenehme Arbeitsumgebung und eine To-Do-Liste. Die richtige Raumhelligkeit, der passende Schreibtisch, ein ergonomischer Bürostuhl, sowie große/externe Monitore verleihen zudem Übersicht und Kontrolle. Voraussetzung für ein erfolgreiches HomeOffice ist jedoch in erster Linie intakte Hardware, stabile Software, ein aktuelles Betriebssystem und eine Internetverbindung mit mind. 50 Mbit/s. Mit einem zusätzlichen Headset bleiben die Hände frei zum schreiben oder tippen.

Mit dem Remote­-Tool Anydesk ( ) oder dem kostenlosen RemotePC ( ), kann auf Dateien im firmeninternen Netzwerk oder dem Bürorechner zugegriffen werden. Probleme können per Fernwartung von einem IT-Spezialisten oder Freund/in analysiert und behoben werden. Der Bürocomputer bleibt dafür immer an und sämtliche Energieeinstellungen deaktiviert. Im Bios wird „Restore on Power Loss“ oder „Wake­on­LAN“ aktiviert, so kann der Rechner nach einem Stromausfall oder Absturz wieder neu starten.

Um Aufgaben und Projekte komfortabel zu verwalten, bietet Bitrix24 für Einzelpersonen und kleine Firmen eine kostenlose Online Software mit vielen Tools an.

Eine kostenlose alternative für Videokonferenzen ist Jitsi. Es bietet Passwortschutz, SSL-Verschlüsselung, Screen-Sharing und besseren Datenschutz als die Konkurrenz an.

Tipps:

  1. Sorge für eine sorgfältige Arbeitseinteilung, wie im Beruf so auch in der Freizeit!
  2. Erledige 3-5 Tagesaufgaben, die du vorher schriftlich festgelegt hast!
  3. Lege eine Pause ein, auch der Geist muss ruhen!
  4. Konzentriere Dich auf eines nach dem anderen!
  5. Hüte dich vor Zeiträubern wie TV & Konsolen!
  6. Schaffe Ordnung, es macht sich bezahlt!
  7. Mache regelmäßige Updates und Backups!
  8. Schiebe nichts auf, erledige es!
  9. Sei kein Perfektionist!
  10. Lerne NEIN zu sagen!

Windows

Seit dem 14. Januar 2020 gibt es von Microsoft keine Windows 7 Software- und Sicherheitsupdates mehr und ist somit anfällig für jegliche Viren und Malware. Mit dieser Anleitung klappt ein Update und die bestehende Windows Lizenz wird übernommen.

Vorbereitungen

  • Stromverbindung = prüfen
  • Hintergrundbild = entfernen
  • Bildschirmtimeout und Bildschirmschoner = deaktivieren
  • Datensicherung machen = alle Dateien (Dokumente, Bilder, Musik, Videos, Links…) auf eine andere Partition oder externen Datenträger kopieren
  • Geräte trennen = Drucker, USB-Stick, externe Festplatten und SD-Karten abstecken
  • System aktualisieren = Windows auf Updates überprüfen und installieren (Neustart)
  • Systemsoftware deinstallieren = Tuningtools, Systemoptimierer, Treiber Updater (Neustart)
  • Software deinstallieren = alte und nicht benötigte Software (Neustart)
  • Virenscanner deinstallieren = deaktivieren reicht nicht aus (Neustart)
  • Temp-Dateien und Systemabbilder löschen = Datenträgerbereinigung > Systemdateien bereinigen
  • Ruhezustand deaktivieren = Eingabeaufforderung (als Administrator ausführen) > powercfg -h off (nach Update: powercfg -h on)
  • Systemdateiprüfung durchführen = Eingabeaufforderung (als Administrator ausführen) > Befehl: sfc /scannow (evtl. mehrfach)
  • Systemlaufwerk optimieren = Eingabeaufforderung (als Administrator ausführen) > defrag c: /u /v /h /x (nur HDD, nicht SSD)
  • Zusatzprogramme deaktivieren = msconfig > Tab: Dienste > Haken: Alle Microsoft-Dienste ausblenden > Alle deaktivieren > OK > Neustart

Installation
Ladet das Media Creation Tool herunter, ausführen und den Anweisungen folgen. Das System startet automatisch (mehrmals) neu. Dabei alle Hinweise mit NEIN bestätigen. Fehlende Updates/Treiber werden nach dem Update automatisch installiert. Überprüft noch ob die Systemwiederherstellung aktiv ist > Systemsteuerung > System und Sicherheit > Sicherheit und Wartung > Wiederherstellung > Systemwiederherstellung konfigurieren > Schutzeinstellungen: Laufwerk C (Schutz: Ein).

Einstellungen
Bei einem Rechner mit wenig Arbeitsspeicher, sollte das Hintergrundbild generell deaktiviert werden (sobald ein Programm geöffnet wurde, sieht man es eh nicht mehr). Stellt jegliche Systemsounds ab, die sind eh nur nervig. Installiert nicht mehr als 250 Schriftarten, da es sonst die Bootzeit verlängert. Der vorinstallierte Windows Defender ist eine sehr gute Antivirus-Alternative, kann also aktiv bleiben. Oft werden Sicherheitslücken in alter Software ausgenutzt, haltet somit das System immer aktuell durch Updates!

Software
Mit „AppBuster“ werden vorinstallierte Programme mit nur einem Klick entfernt. Mit „ShutUp10“ nehmt ihr sicherheitsrelevante Windows Einstellungen vor. Mit „Advanced SystemCare Free“ tuned ihr das System mit nur einem Klick. Mit „Driver Booster Free“ bleiben Treiber auf dem neusten Stand. Mit „LibreOffice“ werden MS-Office Dateien verwaltet. Der „KMPlayer“ spielt alle Audio- und Videoformate ab. Mehr unter ► LINKS.

Cap´n Crunch

Einer der ersten «Hacker», der es auf äußerst ungewöhnliche Weise schaffte, kostenfrei zu telefonieren. John Draper, bekannt als Cap’n Crunch gehört laut Newsweek Magazine zu den Top 10 Hackern der Welt. Er war zu Gast bei Hackerland. Eines Morgens fand er in einer Cornflakespackung der Firma «Cap’n Crunch» eine kleine Spielzeugpfeife, mit der man Töne erzeugen konnte, auf die der Computer der amerikanischen Telefongesellschaft «MaBell» reagierte.

Nach zahlreichen Versuchen fand er die spezifischen Frequenzen, mit denen man den Vermittlungscomputer analoger Leitungen zu einer Unterbrechung der Gebührenübermittlung brachte. Ein Gespräch konnte weitergeführt werden, ohne dass Kosten entstanden. Ein einfacher Gimmick in einer Cornflakespackung ermöglichte ihm so die Täuschung eines riesigen Vermittlungscomputers. Damit hatte er nicht nur seinen Namen gefunden, sondern auch das so genannte Blue Boxing (BB) ins Leben gerufen, wofür er später eine Haftstrafe verbüßte.

Cap’n Crunch erzählt, wie einfach Telefonleitungen zu manipulieren sind. Zusammen mit Steve Wozniak erhackten sie die private Leitung von Präsident Nixon.

Vor 20 Jahren gelang es ihm mit einer Pfeife aus der Müslipackung die Gebührenübermittlung des riesigen Vermittlungscomputers der Telefongesellschaft MaBell zu manipulieren und so das kostenlose Telefonieren möglich zu machen. Dafür büßte er eine Gefängnisstrafe ein. Später entwickelte John Draper Geräte, die das weitere Erkundschaften der Schwachstellen von Telefongesellschaften möglich machten. (…) Durch diese Geschichte erkannte die Szene, dass es möglich ist, über Tonsignale in die Funktionen des Zentralcomputers der Telefonvermittlung einzugreifen und den Gebührenzähler zu stoppen. Um die Signale zur Manipulation des Vermittlungscomputers zu ermitteln, begaben sich Hacker der Szene daran, durch endloses Ausprobieren verschiedenster, oft selbst gebastelter Geräte (Dialer), brauchbare Pfeiftöne zu erzeugen. (…) Immer mehr Szenemitglieder wurden mit der Zeit eingeweiht und nutzten diese Technik, auch um privat kostenfrei zu telefonieren. Damit jedes Szenemitglied in den Genuss des kostenfreien Telefonierens kommen konnte, wurde eine Liste mit Steuersignalen und den dazugehörigen Programmen zur Erzeugung der Töne in den Szenemailboxen verteilt. Eine große Welle des Blue Boxings brach über die Telefongesellschaften herein. Szenemitglieder aus aller Welt nutzten diese Methode, um kostenfrei zu telefonieren. Das Blue Boxing entwickelte sich zu einer gängigen und für die Szene unverzichtbaren Technik. Den Telefongesellschaften entstanden innerhalb kürzester Zeit Verluste von Hunderten Millionen Dollar. Das Problem, mit dem sie sich nun auseinanderzusetzen hatten, war für sie völlig neu. Schnell wurde den Telefongesellschaften klar, dass diesem Zustand ein Ende bereitet werden musste. Die drei größten amerikanischen Unternehmen AT&T, MCI und Sprint suchten mit Hilfe von Fachleuten nach Wegen, die Szene am Missbrauch ihrer Steuersignale zu hindern. Der erste Schritt bestand darin, die Steuersignale in unregelmäßigen Abständen zu ändern und geheim zu halten. Die Phreaker konnten nun nicht mehr die alten Signallisten verwenden und standen vor einem neuen Problem. Als Antwort der Szene wurden Programme entwickelt, die die aktuellen Signale ausfindig machen sollten. Es ging sogar so weit, dass Geräte mit eigenen Chips hergestellt wurden, die speziell zum Auskundschaften der Signale dienten. Diese Geräte, Blue Boxes genannt, wurden direkt ans Telefon angeschlossen.

Die Geschichte von Cap’n Crunch wird wie eine Legende von Phreaker zu Phreaker weitererzählt:

Der Aufenthalt in Lompoc erinnerte mich an meine Zeit beim Militär. Lompoc hatte eine Menge Ställe, und es kam mir an manchen Tagen so vor, als sei ich in einem Zoo inhaftiert. Der erste Job, den ich dort hatte, war in der «Schweinerei». Das bedeutete Schweine füttern und darauf aufpassen, dass sich keiner der anderen Häftlinge unerlaubt ein Schweinesteak zum Abendessen zubereitete. Als ich bemerkte, dass den restlichen Häftlinge diese Arbeit zuwider war, meldete ich mich freiwillig, um von den anderen nicht gleich aufs Korn genommen zu werden. Außerdem liebe ich Tiere. Ich habe schon in meiner Kindheit gern auf Farmen geholfen und Schweine aufwachsen sehen. Als die Wärter merkten, dass ich etwas von Schweinen verstand, konnte ich meine Arbeit im Stall ohne Aufsicht verrichten. Nach einiger Zeit wurde mir diese Arbeit zu langweilig, so dass ich den Schweinen mit einem Stift die Namen einiger Gefängniswärter und des Richters, der mich verurteilt hatte, verpasste. Bei einer spontanen Inspektion wurden diese Namen entdeckt, und man wies mir eine Arbeit im Freien zu. Dort musste ich Rasen mähen, Hecken schneiden und die Felder auf Vordermann bringen. Da das Gefängnis sehr nah an der Vandeburg Air Force Base lag, wurde ich fast täglich Zeuge faszinierender Raketenstarts.

Man verbrachte in Lompoc den größten Teil des Tages damit, die zugeteilten Arbeiten zu verrichten. Die restliche Zeit konnte man draußen, in seiner Stube oder mit den anderen Häftlingen in Sport und Handwerksräumen verbringen. Das Gefängnis finanzierte sich durch die Arbeit der Häftlinge, und aus diesem Grund gab es eigentlich immer etwas zu tun. Bei den meisten Leuten hier handelte es sich um Versicherungs- und Finanzbetrüger. Viele waren aber auch Komplizen von Kapitalverbrechern, die sich glücklich schätzen konnten, in diesem Ferienlager untergekommen zu sein. Das Verhalten der Wärter war nicht schwer vorauszusehen. Im freien Feld war man nicht ständig unter Beobachtung, und es gab etliche Möglichkeiten, aus dem Gefängnis auszubrechen, wenn man wollte. Es hieß jedoch, dass nur Idioten versuchen würden, aus Lompoc auszubrechen. Denn bei einer erneuten Verhaftung musste man mit einer längeren Strafe in einem Sicherheitsgefängnis unter echten Kriminellen rechnen. Alle, ich eingeschlossen, wollten hier einfach nur ihre Strafe absitzen.

Das erste, was ich mir anschaffte, war selbstverständlich ein Radio. Ich konnte meine Finger einfach nicht davon lassen und begann damit, es ein wenig zu modifizieren. Es machte wieder Spaß, mich mit Radios zu beschäftigen, und nach etwas Arbeit konnte ich mit meinem Gerät die Funk-Frequenzen der Wärter anpeilen und abhören.

Um Telefongespräche zu führen, benutzte ich eine Methode, die sich »Looping« nannte. Das war wichtig, da das Telefon im Gefängnis nur Telefonate zu bestimmten Nummern erlaubte, die von der Gefängnisleitung registriert wurden. Mit »Looping« war es möglich, eine Nummer anzuwählen, sich von dort aus unbemerkt weiter zu verbinden, um dann ins freie Telefonnetz zu gelangen. Dazu brauchte man eine so genannte «Cheese Box», die sich aus einem Radio zusammenbasteln ließ. Ohne die Unterstützung einiger Häftlinge, die die technischen Gerätschaften des Gefängnisses verwalteten, wäre es mir nicht möglich gewesen, die nötigen Werkzeuge zu beschaffen. Als Gegenleistung gab ich mein Wissen an alle Interessierten weiter. Wir taten uns so gegenseitig einen Gefallen, was mir die Gewissheit gab, nicht als so genannter «Snitch» abgestempelt zu werden. Mir wurde schnell klar, was auf mich zukommen würde, wenn ich auch nur daran dächte, mein Wissen nicht mit den anderen zu teilen. Es hieß nämlich, dass «Snitches» entweder umgebracht würden oder sich wünschten, tot zu sein. Montags, mittwochs und freitags abends gab es Nachhilfeunterricht in Blue Boxing. Unsere Unterrichtsräume waren der Sportplatz oder der Rasen draußen auf dem Gefängnishof. Meine Schüler hatten immer Papier und Bleistift dabei und machten fleißig Notizen. Ich erklärte ihnen genau, was man alles braucht, um eine «Cheese Box» zu basteln, und wie man damit umgeht. Es war wie in der Schule. Wenn jemand etwas fragen wollte, hielt er kurz, für die Wärter nicht sichtbar, den Finger nach oben und begann zu sprechen. Das große Lernziel war, das ganze Equipment zu nutzen, ohne dabei erwischt zu werden. Hin und wieder gab es unter den Inhaftierten auch Leute, die sich mit technischem Gerät auskannten. Ihnen erklärte ich, wie man selbst Fehler-Detektoren bastelt, um weitere Schwachstellen bei den Telefongesellschaften aufzuspüren. Ich entwickelte mich zu einem guten Lehrer, dem man aufmerksam zuhörte. Es war für mich nicht immer leicht, Leuten, die teilweise kaum lesen und schreiben konnten, alle diese Sachen beizubringen. Ich bemühte mich, verwirrende Erklärungen zu vermeiden, hielt mich an die einfachen und essentiellen Dinge und übte mich in Geduld. Von den Wärtern ging keine allzu große Gefahr aus. Wenn wir draußen auf dem Sportplatz saßen, war es aufgrund der Lautstärke unmöglich, uns von weitem zuzuhören. Wenn sich ein Wärter näherte, wechselte ich einfach das Thema, je nachdem, was mir gerade in den Sinn kam. Nach einer besonders komplizierten Unterrichtsstunde kam ich völlig erschöpft in meine Zelle, um mich etwas hinzulegen. Ich schmiss mich in Sträflingskleidung auf mein Bett und blickte verträumt an die Decke. Nach kurzer Zeit kam ein Wärter zu mir. In seiner Rechten hatte er mein Radio und hielt es mir mit einem großen Fragezeichen im Gesicht unter die Nase. Ich schluckte. «Ja?», fragte ich. »Funktioniert das Radio hier?«, fragte er mich, während er das Gerät wild hin und her zu rütteln begann. Ich nickte. Er hätte es sich sowieso nicht nehmen lassen, es selbst auszuprobieren, wenn ich verneint hätte. «Heute Abend ist ein Baseballspiel», sagte er dann. Ich atmete erleichtert aus. «Ich leihe mir das Ding mal aus, wenn es geht, ja?» Ich blickte ihn freundlich an. Was sollte ich dazu sagen? Ich konnte sicher sein, dass dieser Wärter zu meinem ärgsten Feind geworden wäre, hätte ich ihm diesen Wunsch verwehrt. «Morgen bringe ich es wieder zurück.» Ich lächelte ihn immer noch freundlich an. Ich musste ihm das Radio ausleihen, gar keine Frage. «Sicher», sagte ich in der Hoffnung, dass meine Manipulationen unentdeckt bleiben würden. Obwohl ich einige Veränderungen an dem Gerät vorgenommen hatte, war es kaum von einem gewöhnlichen Radio zu unterscheiden. Man konnte damit nach wie vor jeden Sender empfangen. Wären meine Modifizierungen entdeckt worden, hätte ich meinen restlichen Aufenthalt in Lompoc wohl ohne Radio verbringen müssen. Das wusste ich und hatte darum jede Veränderung an meinem Radio mit reiflicher Überlegung vorgenommen. Man musste schon wissen, welchen Knopf man wie drücken musste, um die erweiterten Möglichkeiten nutzen zu können. Der Wärter bedankte sich freundlich und ging mit meinem Radio fort. Schlafen konnte ich jetzt nicht mehr.

Am nächsten Tag brachte er mir das Gerät ohne Beanstandung zurück. Ich war erleichtert. Aufgrund seines Mangels an technischem Wissen war ihm nicht aufgefallen, dass das Radio von Empfang auf Senden umgeschaltet werden konnte und sogar Frequenzen seines Walky-Talkys abhörte. Die Häftlinge wussten meine Talente zu würdigen. Einige hatten sogar die Baupläne aus dem Englischen ins Spanische übersetzt. Als dann die ersten Häftlinge ihre eigene Cheese Box gebastelt hatten und damit erfolgreich telefonierten, dauerte es nicht lange, bis fast alle Insassen einen solchen Kasten bei sich in der Zelle stehen hatten. Anfangs machte ich mir deshalb noch Gedanken. Ich wusste schließlich, was passieren konnte, wenn zu viele Leute in ein Geheimnis eingeweiht waren. Doch zumindest in dieser Hinsicht funktionierte der Zusammenhalt im Gefängnis vorbildlicher als in der freien Welt. Teilweise bildeten sich Schlangen vor den Telefonen. Die Häftlinge riefen ihre Verwandten und Freunde an, die sie seit Jahren nicht mehr gesprochen hatten. Dadurch hatte ich bei den anderen Häftlingen bald einen ganz besonderen Status inne. Ich geriet nie in irgendwelche Auseinandersetzungen. Und sobald mich ein Häftling auch nur schräg anschaute, waren sofort zwei andere zur Stelle, die dem Querulanten noch einmal deutlich machten, wie wichtig ich für sie war. Außerdem bekam ich bei der Arbeitszuteilung nun die einfachsten Jobs von den leitenden Häftlingen zugeteilt. Die restliche Zeit im Gefängnis verlief dementsprechend unproblematisch und ruhig für mich. Die dreißig bis fünfzig Leute, die nun alles über Blue Boxing, Looping, Cheese Box und den Bau eines modifizierten Radios zum Abhören der Funksprechanlagen der Direktion wussten, gaben ihr Wissen großzügig an die anderen weiter. Der Tag meiner Entlassung war bei vielen Insassen im Kalender rot angestrichen.

Verschlüsselungsarten

Durch die Informationsgesellschaft sind neue Formen menschlichen Handelns entstanden. Je mehr sich unser Alltagsleben in das explosionsartig wachsende Internet verlagert, desto mehr Zertifikate und Autorisierungsvorgänge werden benötigt, um verbindliche Kommunikation zu gewährleisten. Die Disziplin, die sichere Transaktion von Daten zu leisten versucht, ist die Kryptografie.

Kryptografie
Die Kryptographie ist die wissenschaftliche Disziplin, die sich damit beschäftigt, Inhalte von Nachrichten zu verheimlichen, bzw. vor der Kenntnisnahme Unbefugter zu schützen. Nachrichten, die nicht abgesichert wurden, bezeichnet man als Klartext. Eine abgesicherte oder verheimlichte Nachricht ist ein Chiffrat oder Chiffretext. Zur Überführung von Klartext in Chiffretext bedient man sich der Verschlüsselung, bzw. Chiffrierung. Die Dechiffrierung oder Entschlüsselung erzeugt wiederum den ursprünglichen Text. Das Verfahren, mit dem eine Verschlüsselung vorgenommen wurde nennt man Algorithmus. Im Allgemeinen werden Ver- und Entschlüsselungen von Texten mittels einem oder mehrerer Schlüssel vorgenommen.

Symmetrische Verschlüsselung
Sender und Empfänger benutzen bei der Verschlüsselung von Daten den gleichen Schlüssel. Bekannte symmetrische Verfahren sind z.B. DES oder IDEA. Die Problematik eines symmetrischen Verfahrens liegt daran, zumindest einmal – nämlich zum Austausch des Schlüssels – muss die Kommunikation über einen sicheren Kanal stattfinden.

Asymmetrische Verschlüsselung
Sender und Empfänger generieren jeweils ein Schlüsselpaar, dass aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel besteht. Der öffentliche Schlüssel wird auf einem Key-Server zur Verfügung gestellt. Will der Sender eine Nachricht verschlüsseln, so geschieht dies mittels des öffentlichen Schlüssels des Empfängers. Nur der Empfänger ist in der Lage, die Nachricht mit seinem privaten Schlüssel zu entschlüsseln. Bekannte asymmetrische Verfahren, auch Public-Privat-Key Verfahren genannt, sind RSA und PGP. Der Vorteil dieses Algorithmus ist, dass die Notwendigkeit einer Kommunikation über einen sicheren Kanal entfällt. Asymmetrische Algorithmen besitzen jedoch den Nachteil, dass die Verschlüsselung ganzer Dokumente große Rechnerleistung beansprucht, weshalb diese vor allem für digitale Signaturen verwendet werden.

Hybridsysteme
Einige Verschlüsselungsprogramme arbeiten sowohl mit symmetrischen als auch mit asymmetrischen Algorithmen. Die bekannte Verschlüsselungssoftware PGP beispielsweise nutzt den IDEA Algorithmus zur Verschlüsselung von Dateien und RSA für die digitale Signatur.

ROT13
Ein ebenso simples wie unsicheres Verfahren findet seine Anwendung in einigen E-Mail Programmen. Wie sich aus dem Namen des Verfahrens schon erahnen lässt, entsteht das Chiffrat, indem einfach jedes Zeichen im Klartext um 13 Zeichen im Alphabet rotiert wird.

DES
Beim DES handelt es sich um einen mono-alphabetischen, symmetrischen Algorithmus. Entwickelt wurde DES in den 70er Jahren von IBM in Zusammenarbeit mit der NSA. DES chiffriert nicht Buchstaben direkt, sondern die Binärdarstellung von ASCII-Codes. DES fasst die zu verschlüsselnden Daten in Blöcke von je 64 Bit zusammen. Diese Blöcke werden durch eine Kombination von Transposition und Substitution mit einem Schlüssel von 56 Bit Länge verschlüsselt. Jeder einzelne Block durchläuft diesen Vorgang 16 mal, bis er vollständig chiffriert ist.

IDEA
Der IDEA Algorithmus, der im Jahr 1990 vorgestellt wurde, arbeitet auf die grundsätzlich gleiche Weise wie DES, bietet jedoch durch seine größere Schlüssellänge von 128 Bit ein Mehr an Sicherheit.

RSA
Das RSA Verfahren dient der sicheren Verschlüsselung und Authentisierung bei der elektronischen Datenübermittlung. Benannt ist es nach seinen drei Entwicklern Rivest, Shamir und Adleman vom Massachusetts Institute of Technology und wurde erstmals 1977 präsentiert. RSA arbeitet mit einem asymmetrischen Algorithmus oder Public-Privat-Key Verfahren, d.h. es wird ein Schlüsselpaar generiert, welches aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel besteht. Der öffentliche Schlüssel wird vom Empfänger potentiellen Sendern zur Verfügung gestellt. Daten können nun mit dem öffentlichen Schlüssel verschlüsselt aber nur mit dem privaten Schlüssel wieder entschlüsselt werden. Das Schlüsselpaar besteht aus dem Produkt zweier Primzahlen. Die Sicherheit des RSA Algorithmus beruht auf der Tatsache, dass es relativ einfach ist, zwei große Primzahlen miteinander zu multiplizieren. Die Zerlegung in die entsprechenden Faktoren ist jedoch sehr aufwendig.

1024 Bit
Nach dem heutigen Stand der Technik gelten Schlüssel mit einer Länge von 1024 Bit als sicher. Um eine mit einem solchen Schlüssel chiffrierte Datei zu dechiffrieren, was nur durch ausprobieren aller möglichen Schlüssel geschehen kann, sind 1060 Rechenvorgänge nötig.

SSL
SSL ist die Abkürzung für „Secure Socket Layer“ und wurde von der Firma Netscape entwickelt. SSL ist ein Protokoll, das eine sichere und verifizierbare Datenübertragung über das Internet zwischen Sender und Empfänger ermöglicht. Mit SSL gesicherte Server sind daran erkennbar dass Adresseinträge mit „https“ beginnen.

Blinding
Das Blinding Verfahren wurde 1982 vom David Chaum entwickelt und ermöglicht es, Dateninhalte zu anonymisieren und diese mit einer digitalen Signatur zu versehen. Der Inhalt der Datei bleibt dem Empfänger verborgen, aber die Personenechtheit des Senders wird garantiert. Blinding kann mit einem Brief verglichen werden, dessen Inhalt erst dann zugänglich gemacht werden kann, nachdem der Umschlag mit der Adresse des Absenders entfernt wurde und keine Möglichkeit mehr besteht, eine Verbindung zwischen dem Inhalt und dem Absender des Briefes herzustellen.