DOUALA (Interview mit Johnny Sturm 17.02/2024)

Der Ravensburger Techno Club wird 40

Frage 1:

Das Douala gibt es nun seit 1984 und feiert somit jetzt sein 40-jähriges Jubiläum. Angefangen hast du mit dem Klamottenladen „Skandal“ in Sigmaringen, darauf folgte der Headshop „Gecko“ in Ravensburg und 1996 hast du das „Douala“ übernommen. Was planst du für die Zukunft?

Antwort 1:

Ne, den Klamotten Laden hat meine Freundin G-Lee gemacht, die früher auch als DJ in verschiedenen Clubs aufgelegt hat. Sie verlegte den Laden nach Ravensburg und änderte den Namen in Gecko. Da haben wir uns getroffen und es ergab sich, dass wir den Club übernehmen konnten. Zusätzlich haben wir noch das etwas chilligere Café Zoe‘s in der Ravensburger Innenstadt. Das alles am laufen zu halten ist krass viel Arbeit. Für die Zukunft plane ich eigentlich nur, eine effizientere Work-Life-Balance hinzubiegen.

Frage 2:

Du bist nicht nur Clubbetreiber, sondern auch Musiker und hast mit dem Kemptener Joe O Miller Projekte wie „Kiwisex“ und „KX Noizsystem“ mit einigen Veröffentlichungen. Gibt es zusätzliche Musikprojekte oder bist du noch anderweitig künstlerisch aktiv?

Antwort 2:

Wir führen KX Noizsystem nach wie vor weiter, hauptsächlich als Studioprojekt und haben das Institut für Nachtfalterforschung wieder reaktiviert, um jungen Talenten die Haptik neuer Software und Soundsystem’s näherzubringen, bevor sie Gefahr laufen von irgendwelchen remigrierten Nazies entführt zu werden.

Frage 3:

Es hat sich viel bei der Musik und dem Publikum in den letzten 40 Jahren geändert. Wohin geht der Trend deiner Meinung nach?

Antwort 3:

Das überraschende ist, dass sich nichts ändert. Der „früher war alles besser“ Memory-Laberflash, wird durch die chaotischen Lebensumstände oder Zeitenwenden zum „Fuck the Future“ Komplott, in der sich alles in Loopings und Zeitschleifen und durch AI generierte Timetunnels und Wormholes am anderen Ende der Galaxie wiederfindet. Der Trend geht zu noch mehr KI, die dann irgendwann die nächste Regierungskoalition bildet. Elektronische Musik ist die neue Stratosphäre zum Schutz unserer Erde.

Frage 4:

Welche Höhen und Tiefen gab es in den vier Jahrzenten?

Antwort 4:

Die Euphorie entsteht aus dem „Moherfucking Bass in your Face – keeps your Life alive“ Erlebnis, dass ließ uns 40 mal um die Sonne surfen.

Was uns während der Jahre immer wieder den Boden unter den Füßen wegzog, war fast zwei Jahre Pandemieschließung, Drogenrazzia, Konzessionsentzug und Clubschließung für knapp zwei Monate, Steuerfahndungsrazzia, Tanzverbote, Sperrzeiten, GEMA-Mafia, überhöhte Gebührenverordnungen, überbordende Bürokratie und Betriebskosten, die sich wie ein Fass ohne Boden anfühlen.

Frage 5:

Zahlreiche Acts waren bei dir zu Gast. Welche waren deine persönlichen Highlights?

Antwort 5:

Hans Nieswandt, Grandmaster Flash, Jeff Mills, Sven Väth, Monika Kruse, Carl Cox, Afrika Islam, Felix da Housecat, Kemistry & Storm, Brenda Russell, Colin Faver, Frankie Valentine, Jesco Schuck, Electric Indigo, Marten Hörger, Micha & Nando, Mellokat & Masaje, Mate Galic, Adam Beyer, Ricardo Villalobos, Baby Ford, Laurent Garnier, Toni Rios, DJ Rush, Mike Väth, Maral Salmassi, Andrew Wetherhall, Marco Carola und so viele mehr.

Frage 6:

Auf was können sich die Gäste am Samstag, den 09.03.2024 freuen?

Antwort 6:

Line-Up so far… Westbam (Berlin), Alan Oldham aka DJ T-1000 (UR Detroit, Bpitch Berlin), Max Durante (Rome, Tresor), Juju Christian aka C-H-T (Zeppelin Records), Yu Kawabata (Japan), Andy Wilson (Ibiza Sonica), DJ Nano Sonica Tribe (Ibiza), Floor 3 hosted by Vasco & Simon + Guests, My Wife´s Complaint „oh my God, dis Guy wanna finnish our Money“.

Links:

https://clubdouala.de
https://www.facebook.com/clubdouala
https://issuu.com/live-in-verlag/docs/0831_2024-03/58

INFINITY (Umfrage 1999-2003)

DJ & LIVE-ACT BEWERTUNG

DJ GUT LIVE-ACT GUT
Craxx: IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/I (21) Cambodunum: IIIII/IIIII/IIIII/IIII (19)
Derlie_be Gott: IIIII (5) Aqualab: IIIII/IIIII (10)
H.B. Finn: IIIII (5) Mammutbaum: IIIII/I (6)
Thranx: III (3) Snaky Snake: IIIII (5)
Smart: III (3) Toxic Tunes: IIII (4)
HE-C: III (3) de.Tached: IIII (4)
Mindbreaker: II (2) BSE: IIII (4)
Troll: II (2) Static E: I (1)
Qulah: II (2)
Fabio: I (1)
S-Warp: I (1)
White Gold Funky: I (1)

BUCHT DOCH MAL
Jeff Mills (III), Hell (III), Thomas Schumacher (III), Tom Novy (II), Mike Nouveau (II), Baphomet (II), Gianni Parrotta (II), Johannes Heil (I), Rob Gee (I), Naughty (I), Marusha (I), Monika Kruse (I), Sven Väth (I), Chris Liebing (I), United Speedcore Nation (I), Daniel Benavente (I), Eva Cazal (I), Gina Wild (I), Carl Cox (I), John Digweed (I), Frank Yentner (I), Patrik Puslinger (I), Yalar (I), Noise (I), Pascal Prosper (II), Ladida (III), Whalsangal (I), Danny D. (I), Marco Remus (I), Felix da Housecat (II), Phacid (I), El Rey (I), The Lost (I), Disko Superstars (I), Jay Denhman (I), Richard Benz (I)

MUSIK BEWERTUNG

MUSIK GUT MUSIK WUNSCH
Techno: IIIII/IIIII/IIIII/IIII (19) Schranz: III (3)
House: IIIII/IIIII/IIIII/I (16) Detroit: II (2)
Trance: IIIII/IIIII/II (12) Trip-Hop: II (2)
Hardcore/Gabber: IIIII/I (6) Drum & Bass: II (2)
Acid: IIIII (5) Electro: II (2)
Goa: IIIII (5) Big-Beat: I (1)
Detroit: IIII (4) House: I (1)
Drum & Bass: III (3) Jungle: I (1)
Hip-Hop: III (3) Minimal: I (1)
Big-Beat: I (1) Newskool: I (1)
Pop: I (1) Speedcore: I (1)

PARTY BEWERTUNG

PARTY ERWARTUNGEN PARTY TOP
Spass & Party: IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/II (32) Summer Vibes: IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/I (26)
Die Musik muss stimmen: IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/III (28) Stadlparty: III (3)
Coole Leute: IIIII/IIII (9) Spring Gathering: II (2)
Gutes Line-Up: IIIII/III (8) Winter Vibes: I (1)
Gute Deko: IIIII/I (6) Schaumparty: I (1)

WOHIN GEHST DU SONST
Douala (IIIII/IIIII/II), KW (IIIII/IIII), U-Schall (IIIII/III), Pitú (IIIII/II), Domé (IIIII/I), Oxa (IIII), Carfax (IIII), Go-In (III), Luna Lounge (III), Nachtwerk (III), Cave Club (III), M1 (III), Red Room (II), Natraj Tempel (II), Lok (II), Stilbruch (II), Subway (II), Ritterkeller (II), Rockopera (II), Opera (I), Bunker (I), Sensor (I), Sender (I), Jolly (I), Boot (I), Airport (I), Mart7 (I), Bionda (I), Eden (I), Subsonic (I), Phonodrom (I), Beckmann (I), Gatto (I), Laby (II), Black Side One (I), Palette (I), Waldhaus (I), Shamrock (I), Ochsen (I), 1394 (I), Festivals (I), Zoom (I), Utopia (I), Soul City (I), München (II), Prag (II), Stuttgart (I), Berlin (I), Salzburg (I), Zürich (I)

WIE ERFÄHRST DU VON PARTYS
Mundpropaganda: IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/I (36)
Flyer: IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/I (36)
SMS: IIIII/IIIII/IIIII/IIIII (20)
Internet: IIIII/IIIII/IIII (14)
Zeitung: IIIII/III (8)

VORSCHLÄGE

  • macht mal ne Party in der Fischerstraße Unterführung in Kempten
  • weniger Infinity-Acts, die meisten davon ohne echtes Gesicht bzw. Klangcharakter
  • finde es schade, dass Infinity aufhört
  • der Fuhr soll echt mal saufen lernen und sich nicht dauernd hinter seiner Alten verstecken
  • Techno ist keine Schönheitskur
  • Go-In Partys sind absolut geil, weiter so
  • schaut euch doch mal die Ausweise an, leider zu viel Kids
  • wieder mal andere DJs
  • seit es keinen Shop mehr gibt, ist es schwer an Party-Dates ran zu kommen
  • schade das nur noch so wenige „größen“ gebooked werden
  • mehr Lautstärke
  • mehr Schalldruck
  • weiter so, aber lauter
  • längere Öffnungszeiten
  • lasst euch nicht klein kriegen
  • zu viele eigene schwache Newcomer
  • zu kurze Sets, lieber weniger DJs
  • zu wenig echte Features, seid mal etwas mutiger
  • holt euch ein paar echte Geheimtipps wie G-Force, Baphomet, Discopizzeria
  • mehr Qualität im Line-Up
  • mehr verschieden artiger Sound
  • mehr Nutten & mehr Drogen
  • Deko ist klasse, aber vielleicht mehr mit Dias arbeiten
  • gibts Bier auch billiger
  • öfter mal wie früher feiern, es lebe der Schlachthof
  • mehr Platz zum tanzen
  • Preise halbwegs OK
  • keine Pause am Morgen
  • die Partys von Infinity sind die geilsten
  • Go-Go Tänzer/innen wären nicht schlecht
  • wie wäre es mal mit einem DJ/Live-Act Contest, Battle oder Meeting und das richtig groß aufgezogen
  • macht weiter so, aber Stock aus dem Arsch, PARTY
  • geile Deko vom Traumpaar, aber nicht immer so bunt
  • mehr Zusammenarbeit mit Schweizer DJs
  • ein hoch an die DBC
  • Grüsse an den Heckantrieb
  • macht doch bitte mal einen Link auf mountainmove.de
  • macht weiter so, echt erste Sahne
  • passt schon so wie es ist, nur nicht so hohen Eintritt
  • super Deko bei SV & WV *dickes lob*, macht einfach weiter so
  • bessere Personenkontrollen und freundlichere Türsteher
  • Bier ab 10 Liter billiger
  • DJs zum anfassen
  • bitte verschiedene Musikrichtungen anbieten
  • Zusammenarbeit mit Veranstaltern aus anderen Städten z.B. Nürnberg

ALTER
17 = I (1)
18 = III (3)
19 = IIIII/II (7)
20 = IIIII/I (6)
21 = II (2)
22 = III (3)
23 = III (3)
24 = IIIII/IIII (9)
25 = IIIII (5)
26 = IIII (4)
27 = I (1)
28 = IIIII (5)
30 = IIIII (5)
32 = I (1)
36 = I (1)
55 = I (1)
80 = I (1)
89 = I (1)

DROGEN
Nein: IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIIII/IIII (29)
Manchmal: IIIII/IIIII/IIIII/III (18)
Ja: IIIII/IIIII/IIII (14)

INFINITY (Frontpage Report 5/1995)

Falls dieser Bericht in dieser Ausgabe noch zu lesen sein wird, haben wir das einzig und allein dem Stressverständnis der netten Redaktion zu verdanken, denn die Deadline haben wir hier unten im Süden völlig verpeilt. Der vergangene Monat war ja auch mit viel Feierei bepackt und da kann es schon zu gewissen Problemen mit dem Erinnerungsvermögen kommen. Leider war die Weggehbereitschaft der Allgäuer Zappelszene vergangenen Monat nicht ganz so groß wie üblich. Das lag sicherlich auch daran, dass sehr viele größere und ganz große Veranstaltungen in der näheren und weiteren Umgebung stattfanden. Es gibt eben immer noch zu viele Möchtegerns bei uns, die meinen, nur Partys ab 2000 Party-Peoples sind gute Partys.

Damit haben wir mit der „Endstufe“ und dem „Tango“ zwei wirklich gute Clubs, in die es sich lohnt reinzuschauen. Auch wenn nicht die großen Namen auf Flyer zu lesen sind, schauen die Veranstalter doch drauf, dass immer hochwertige DJs hinter den Plattentellern stehen. Aber was reg ich mich überhaupt so auf, erzähl mal lieber, was vergangenen Monat so los war.

Am 17.2. besuchte uns mal wieder Marc Worm in der „Endstufe“. Das Aufwärmen schaffte DJ Thranx noch ganz gut, aber dann wurde er ganz böse „auf die Hörner“ genommen und verbrachte den Rest des Abends meist schlaf(f)end im Chill-out-Room. So blieb dem Marc nichts anderes übrig, als ein 4-Stunden-Set zu absolvieren! Was ihm mit Sicherheit nichts ausgemacht hat. Für die Leute, die nicht da waren, kann ich nur sagen: „selbst schuld!“. Andererseits konnten selbige ja noch am nächsten Abend den Herrn Worm bestaunen, denn da gabs einen neuen Part des Infinity Raves im Schlachthof, bei dem des weiteren auch noch die DJs Mindbreaker, Thranx (der ziemlich blass aussah), Oliver Bondzio und Peter Lavelle auflegten. Rob Acid spielte live und bekam wirklich super Kritiken im Nachhinein. War echt ober geil!

Am 19. gings dann weiter mit der Afterhour in der „Endstufe“. Allgemein kann man sagen, dass es nicht überdimensional viel Leute geschafft haben, die Zeit von 4:00 – 5:00 Uhr totzuschlagen. So war´s auch nicht brechend voll im Dachboden, aber dafür ziemlich geil. Die eigentliche Afterhour mit Smart und Thranx – die sich wohl noch am Rave verratschten – kamen erst um 7:00 Uhr. Aber die Party musste schließlich weiter gehen und so sprang erstmal Jelly ein, bis dann Smart übernahm. Aus Helligkeitsgründen kamen einige Leute auf die Idee, die Fenster in der Endstufe mit Sprühdosen zu verdunkeln, so dass mal kurzzeitig der Krupphusten rumging. Um 9:00 Uhr begab sich der harte Kern an die Jägermeisterbar, wo´s dann noch bis halb drei weiterging.

Am 24. begann dann für einige von uns das wohl härteste Wochenende ihrer Raverkarriere. Los gings am Freitag in der Endstufe, wo halbjähriges Bestehen zu feiern gab. Für ausreichend Vinyl auf den Plattentel-lern sorgten Thranx und U.P.T. aus Ulm. Und weil man ein halbes Jahr halt richtig feiern muss, ging die Party bis 10:00 Uhr. Einige kamen wieder auf die Hörner, es ging also ziemlich lustig zu.

Am Samstag fuhren dann einige nach München zu Marlboro House Tour, aber die meisten fuhren wohl zum Union Rave nach Düsseldorf. In Düsseldorf angekommen, wartete man gespannt auf den Auf- tritt von Sublogic, wo es dann auch gleich krass abging. Harry war klar der Abräumer-Live-Act des abends. Allgemein kann man sagen, dass der Union Rave die Reise wert war.

Erwähnenswert noch der Infinity-Rave mit dem Infinity-DJ-Team sowie Tommy Yamaha, Pierre Morgan und PussyLover. Man hatte auch Konzession bis 5:00 Uhr im Schlachthof. Die Location war übrigens völlig umgebaut worden aus diesem Anlass. Next Dates im Schlachthof Kempten: 9. Mai Natural Born Raver Tour und am 24. Juni der nächste Infinity-Rave.

See ya, allhoi…
Andi & Chris

INFINITY (Frontpage Report 11/1994)

Was ging ab im Allgäu? Einiges! Nachdem die Infinity-Peoples ja schon seit einiger Zeit den Kampf für längere Sperrzeiten in Kempten aufgenommen hatten, sieht es jetzt tatsächlich doch so aus, als ob die politische Trägheit im Rathaus langsam überwunden wurde. Wenn man der Allgäuer Zeitung glauben schenken darf, soll die Sperrstunde in absehbarer Zeit von 3:00 auf 4:00 Uhr verlegt werden. Dann würde sich auch auf dem Rave-Sektor wieder was tun. Hallen wären ja mehr als genug am Start. Nur, wer geht auf einen Rave, auf dem um 3:00 Uhr die Schlusslichter einem die Augen ausbrennen? Na ja, schau ma mal.

Paadie mäßig ging auch einiges im Oktobär. Am 1. war DJ THRANX seit langem mal wieder im Douala in Ravensburg zu hören. Zwar waren nicht allzu viele Leute da, wegen der „Universe“ in Munich und dem „Union Rave“ in Düsseldorf am Sonntag wahrscheinlich, aber zusammen mit DJ Ron S. (ehemals DON) vom Futurejam, wurden diese doch noch zum Abtanzen überredet. Am nächsten Tag startete der Kemptner Bus dann zu einem Flug nach Düsseldorf, um die deutsche Einheit auf dem Union Rave zu feiern. Nach Augenzeugenberichten des Busfahrers, herrschte während der ganzen Fahrt ein krasser aber angenehm riechender Nebel, der die Sicht zum Schalthebel und den Bordinstrumenten schwer beeinträchtigte. Einigen zog es die Mundwinkel bis zu den Ohren, die zum Glück eine natürliche Barriere bildeten. Anderen wiederum zog es die Augen samt Deckel bis unter die Nase. Als der Bus schließlich in Düsseldorf landete, verflogen diese Nebenwirkungen spätestens beim Betreten der Hallen vom Tor 3. Alle waren begeistert und feierten bis zum Abwinken. Nach drei vergeblichen Anläufen, schaffte es die Kemptner-Party-Posse dann auch, DJ TRANX zu Gehör zu bekommen, der es endlich mal auf einen großen Rave geschafft hat.

Zurück im Allgäu schrie die Menge eine Woche später zum Sound von Marco Zaffarano im gut gefüllten Wallstreet in Memmingen. Am 14.10. war Frauenabend im Wallstreet mit Monika Kruse und Acid Maria. Nachdem sich die gaffende und sabbernde Männermenge vor den Plattentellern aufgelöst hatte, als diese merkte, dass die beiden nicht nur gut aussehen, sondern auch einen mega genialen Sound machen, startete die geilste Party seit langem in der Wallstreet.

Monatsmitte waren die Party-Geilen Kemptner zu Besuch im Boot in Nürnberg bei Bootsmeister Tommy Yamaha, BBM und Marc Worm, wo echt krasser Seegang herrschte. Nachdem der harte Kemptner Kern sowieso jeden Samstag in Nürnberg feiert, bin ich eindeutig dafür, die beiden Städte näher zusammenzulegen. Aber in jedem Fall 125.785 Greetings an alle vom P500 Club in Nürnberg (alles Kamille oder was?).

Ein neuer Freizeitvertreib in Lindau scheint es zu sein, DJs zu booken und dann kurz vorher abzusagen bzw. gar nicht Bescheid zu geben. So geschehen u.a. am 21.10., wo Thranx, Smart und Moe gebucht waren. Auf Gage zahlen haben sie scheinbar auch keine Lust. Schau ma mal, wie weit Ihr mit dieser Einstellung kommt.

Am 21.10. gab es den „Arts Experience“ Rave in den Roxy-Hallen in Ulm und um Ulm und um Ulm herum. Viel Line-Up, viele Menschen und eine geniale Afterhour im „Ohne Worte“, mit einem überragenden DJ Naughty!

Noch ein paar allgemeine News aus dem Allgäu. Kommerz- und Heavyladen „Kraftwerk“ in Sonthofen startete vor kurzem seinen Tekkno-Mittwoch. Tatsächlich rennen zur Zeit alle hin. Warum? Woisch, do hert ma halt no Hits. Unter anderem 4-5 mal am Abend „Hyper Hyper“. No Comment! Ein Grund mehr für DJ Thranx, seinen House- und Acid Stil im Wallstreet weiterzufahren. Irgendwann werden auch die Allgäuer Raver zur Besinnung kommen und checken, wo der Hase lang läuft.

Dritter Mittwochsclub im Bunde ist die „Endstufe“ in Marktoberdorf, die sich langsam aber sicher zum Geheimtipp der Region mausert. Kleines Dachgeschoss mit mega Anlage und super Atmosphäre! Jeden Freitag gibt es DJ Thranx und Gast DJs aus dem restlichen Germany zu hören, so z.B. am 4.11. R-Damski und am 2.12. Tommy Yamaha!

Aus dem Geburtstagsclub im Wallstreet gibt es auch wieder einen gnadenlosen Absturz zu vermelden, nämlich als DJ Smart am 21.10. seinen 21sten feierte. Noch eine kleine Vorschau auf November. Am 25. wird DJ Spezial aus Berlin im Wallstreet zu hören sein. Am 25./26. soll laut Volksmund eine gute Feier in Berlin stattfinden. Auf gut Glück hat Infinity mal kurzerhand zwei Busse gechartert, die seit zwei Monaten ausverkauft sind.

Tschüß, Ciao, Shalom…
Andi & Chris

INFINITY (Rave City Report 03.10/1997)

Es war wieder mal eine gelungene Sache die unser geliebter Chris aka DJ Troll von INFINITY da an den Start geschmissen hat. 20 Stunden RAVE CITY + Afterhour im GO-IN. Wieder mit Chameleons Deko, Buffet mit Spachtelmaterial, korrekte DJs, ein innovativer Live-Act, mehrere Locations, Friede, Freude, Eierkuchen sozusagen. Besuch aus München war auch da. Mike Nouveau aus dem Nachtwerk kam überraschender Weise – allerdings nicht zum auflegen, sondern zum feiern. Und der Allohol floss in schtrööömen … zur Party. Das Buffet war relativ schnell geplündert. Aber war ja ohnehin klar, dass es nicht lange da stehen würde, schließlich kamen einige gerade von der Rave-City in München. Die gesamten Innereien, Krabbeltiere und Wackelpuddings wurden verputzt, ebenso die Südfrüchte und Obstzeug. Am meisten Nachfrage bestand jedoch – wie sollte es anders sein – von der gebrauten Bowle, wo drei Gläser für den Vollrausch völlig ausreichten und den Produkten mit reichlich Frühstückscerealien. Ja, richtig Ernährungsbewusste Menschen waren da!

Y-TEC, EIGHTBALL & MINNOSH haben als erstes auflegt. AQUALOGIC, der sonst ja meist als Live-Act Sublogic bzw. Aqualab agiert, legte ein progressives Set hin. PETER LAVELLE der „Dome“ Resident DJ, übernahm um 17 Uhr lückenlos und spielte zur Überraschung vieler, ebenfalls progressiven Sound. Nach einer guten halben Stunde schwenkte er dann in die etwas trancig angehauchte Richtung über. Er war vorher noch im Dome in Lindau! Zwischenzeitlich tauchten die ersten Ladys auf. Im kleinen Club (unten) stand von 18:00 – 20:30 Uhr der aparte Housemeister Mr. SMART an den Plattentellern und verschönigte uns den Abend mit feinsten Housetunes. Rein Mixtechnisch gesehen war dies natürlich wieder ein Ereignis ohne Gleichen. Zumindest für die Herrschaften, die etwas davon verstehen! Dann DJ TONIC. Schließlich Live (22:30 – ca. Mitternacht), zuerst das neue Projekt „DAS LABOR“ (M.F. & DJ Smart) mit experimentellen Klangcollagen, Effektmischereien, Musik auch ohne Bass (ja, das gibt’s wirklich!) und schließlich noch etwas House Mukke.

Dann CAMBODUNUM. Der Live-Act von CAMBODUNUM Inc. (M.F. sowie Vocalist Jackson) strotze vor Innovation und öffnete vielen neue Horizonte was den Sound angeht. Was bei dem doch leicht überfüllten Raum dann aus den Speakern quillte, war TripHop oder auch BigBeat genannt. Rein Klangtechnisch pfiff die Anlage im Moonclub aus dem letzten Loch und es war vielleicht etwas zu laut, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Exzellenter Sound, der mit Sicherheit als sehr Innovativ bezeichnet werden kann! Bleibt die Frage offen, warum es da noch keine Veröffentlichung gegeben hat?! Es war ein Erlebnis für alle Anwesenden! PS: Happy Birthday, Manne! Der Kerl hatte an dem Tag nämlich Geburtstag! Nach der Gehörgangreinigung von Cambodunum & Co. durfte Y-TEC noch ca. zwei Stunden die Scheiben rotieren lassen. Ab 2:00 Uhr SUNDAY. Dazu später!

Im Club 2 unten lief ein Mischmasch aus Schlagern, Disco und House, was sich bis Party-Ende auch nicht mehr änderte. Aber einige Leute fanden das recht funny. Im oberen Club trieb ab 23:00 Uhr DJ THRANX sein Unwesen. Mixtechnisch wieder mal erste Sahne, ließ er die Party-Gänger zu progressiven Klängen kräftig abtanzen. Leichte Probleme bereiteten wie immer die unzählige Anzahl nicht Eintritt zahlen wollender Groupies, die entweder die von DJs gespielten Platten zählten oder nicht zu zahlen am Zahlmeister vorbeihuschen wollten. Aber nichts desto trotz mixte THRANX ein Set, bei dem sicherlich einigen einer abging!

Anschließend kam der aus Köln. DJ MASSIMO legte von 1:00 – 4:00 Uhr ein gutes, progressives Set hin. Nicht zu schnell und mit einem ganz erheblichen Groove-Faktor hielt er die Menge auf dem Floor. Er mischte die schwarzen Scheiben mit einer unglaublichen Ruhe und Sorgfalt, so dass man schließlich von einer sehr ausgewogenen musikalischen Darbietung sprechen kann und sollte. Der Sound rollte über drei Stunden gut durch das Obergeschoss und MASSIMO erklärte die Party-Gemeinde im darauf folgenden Gespräch für absolut tauglich! Zeitgleich spielten SUNDAY & Quietschi aka CRAXX im unterer Club, Ping-Pong. House war an der Tagesordnung. Dort war dann um ca. 4:00 Uhr Morgens Ende.

Ab 4:00 Samstag Früh, ging es dann oben im 1. Stock mit der Feierei weiter. Unser Infinity Häuptling TROLL ließ es langsam angehen, steigerte dann aber doch das Tempo und würzte schließlich noch mit einem Schuss Progressivität. Die gewohnte Härte in seinem Set, jedoch aber nicht eskalierte. Richtig nett war das. Meiner einer HE-C, sollte ja ab 6:00 Uhr die Teller drehen, aber TROLL war gerade so gut drauf, da wollte ich Ihm die Freude nicht nehmen. Es hieß ja, die Party geht bis 8:00 Uhr, also wär eine „kleine“ Verzögerung nicht weiter schlimm. Als ich jedoch dann mal mit einem niederschmetternden Intro loslegte und daraufhin der Floor sich füllte (vor allem mit DJs), konnte ich ja noch nicht ahnen, dass 40 Minuten später Schluss sein sollte. Na ja, das war schon Negativ pur. Gerade so richtig warm geworden und dann schon wieder aufhören müssen kann einen schon abtörnen, besonders wenn das ganze Haus abgeht wie Nachbars Lumpi. Aber alles betteln half nichts, Schluss war! Um 20 vor 8 war dann Zappa. Es gab dann noch die obligatorischen Aufräumarbeiten und das ganze Zeug, aber davon wollt Ihr Party-Gänger ja sowieso nix wissen. Der Mark B. – der böse Bube – und Smart, der immer sehr adrett gekleidete junge Herr, verschickten uns dann noch auf dem Parkplatz mit einer wilden Megaphon Aktion. Schenkt so ein Teil niemals Euren Kindern, kann ich da bloß sagen! Schließlich begaben sich die überlebenden mit einem zufriedenen Lächeln und der Gewissheit eine gute Feierei hinter sich gebracht zu haben, auf den Heimweg.

Und hier noch ein Afterhour-Review:
Eine „free-entry“ Party, sozusagen als Dankeschön an Euch, fand am 07.11.1997 im GO-IN statt. Es musste kein Eintritt bezahlt werden, wer aber etwas gutes tun wollte, der konnte eine Spende statt Eintritt abdrücken. Der Erlös davon ging zugunsten des Kindergartens in Obergünzburg! DJs waren u.a. THRANX, TROLL, HE-C, SMART, CRAXX, Y-TEC, B-NICE, MINDBREAKER, SUNDAY, MI-TRANCE, TONIC, S.O.L., ZIA MADOXX, S-WARP, DIDIER LEROUX + CHAMELEONS Deko.

live clean & have a good vibe!

c-ya…
HE-C

INFINITY (Data System 07.11/1997)

Vor vielen Jahren existierten einmal Menschen auf einem Planeten Namens ERDE. Sie waren intelligent, hatten Rangordnungen, politische Systeme und auch vom äußerlichen unterschieden Sie sich nur minimal von uns. Eigentlich waren Sie wie wir, unsere Vorfahren. Und es gab auf der Erde einmal eine Zeit, in der die jungen Leute noch in so genannte Discotheken oder auf Partys gingen. Auch gab es Raves und Clubnights, Gatherings, Open-Air Veranstaltungen und als Demonstrationen getarnte, gigantische Techno-Events mit 1.000.000 Besuchern und mehr. Damals, vor der Jahrtausendwende.

Aber dies alles fand ein jähes Ende, als ein gewisser DJ Popo als Bundeskanzler kandidierte und auch noch gewählt wurde. Er war zugleich Oberhaupt seiner eigenen Partei, KDTMDWU (Kommerz-demokratische „Tanz mir den Wolf“ Union). Als seinen Führungsstab benannte er Squeezer und die Backstreet Boys. Das Amt des Ministers für das Bundesheer und die neu gegründete Söldnertruppe ZYX bekleidete ein gewisser „Captain Jack“. Vollbachel Mola Adebisi wurde Medienminister. Der Jugendzeitschrift BRAVO wurden fortan einige politische Seiten eingeräumt, es gab BRAVO Nachrichten und einen BRAVO TV-Sender. Die erste Handlung des Kanzlers war, das Alter für Wahlberechtigung von 18 auf 12 Jahre herunterzuschrauben, somit waren die kommenden Jahre in der Staatsspitze gesichert, da auch die Kiddies wählen durften. Und wen würden diese lieber wählen als Ihr Idol DJ POPO?!

Techno-Partys und Raves wurden verboten, letzten Endes wurde sogar die Musik als Jugendgefährdend und schließlich auch als illegal bezeichnet. Techno-Verbot war verhängt worden. Es fanden im Untergrund weiterhin Techno-Events statt, der politische Druck war jedoch so groß, dass auch diese illegalen Partys irgendwann von der Bildfläche verschwanden. Absolutes Techno-Verbot. Bei Zuwiderhandlung folgten Gehirnwäsche und ein Kopf-Implantat mit dem gespeicherten Gesamtwerk DJ POPO`s, welches sich jeden Tag aufs neue automatisch abspielt. DJs wurden selektiert in Techno und Nicht-Techno. Wer als Techno DJ abgestempelt wurde, kam in ein von DJ POPO ins Leben gerufene kommerzielle Umerziehungslager. Dort wurden mit brutalsten Methoden die Verbrecher DJs resozialisiert. Wer dort wieder herauskam, wusste nicht einmal mehr, dass es Techno und House jemals gab!

Sämtliche Medien, egal ob Print, TV, Internet oder Radio wurden strengstens kontrolliert!

Nach dem Techno-Verbot folgten auch Hip-Hop, Grunge, Rock und sogar die klassische Musik. Der Kommerzsound blieb als einzige Stilart. Alle Record- und Clubwearshops mussten aufgrund aussterbender Kundschaft schließen. Ein wirtschaftliches Desaster bahnte sich an. Artikel, die mit Techno zu tun hatten, wurden vernichtet. Volks- und Schuhplattlermusik, sowie Folk-Musik wurde noch geduldet, um nicht bei den älteren Wählern in Ungnade zu fallen.

Die Zeit verstrich und die Kommerziellen behielten die Oberhand. Eine kleine Gruppe von Technos (wurden jedoch übersehen), verschanzte sich im Untergrund und plante einen Putschversuch. Alles war bis ins kleinste Detail vorbereitet und die Aktion „Weg mit der Kommerzherrschaft“ hätte auch Erfolg gehabt, wenn die Kommerziellen nicht in letzter Sekunde Unterstützung vom Kelly Clan bekommen hätten! Nun war die Techno-Szene ausgemerzt. Nur noch Kommerz.

Alle ehemaligen Techno-Anhänger, wozu auch die Gabber, Breakbeat, Acid, House, Trip-Hop und Ambient Freunde zählten, wurden in „Kommerzians“ um erzogen. Damit die jungen, übrig gebliebenen Leute nicht auf den Geschmack solch „schädigender“ Musik kamen, vernichtete man alles Foto- und Filmmaterial, sowie CD`s, Tapes und andere Datenträger über diese Ära. Techno und seine Ableger gerieten in Vergessenheit.

Viele Jahre vergingen und die Bevölkerung verdummte mehr und mehr. Die Umliegenden Länder und kurz darauf alle Staaten dieser Erde orientierten sich am DJ POPO Konzept und so war Mutter Erde bald nur noch von kompletten Idioten besiedelt. DJ POPO wachte über allem. DJ POPO regierte die Welt.

Die Geschichte nahm ihren Lauf, als die Energie, welche durch diese unglaubliche Dummheit freigesetzt wurde, sich kompensierte und nach mehreren Vulkanausbrüchen, Erdbeben und anderen Naturkatastrophen schließlich zur Implosion des Planeten führte. Es herrschte Stille im Luftleeren Raum.

Wir waren allein. Wir, die Technos im Weltraum, die auf der Raumstation HE-C den „Free Techno – Space Rave“ feierten. Wir wurden vergessen. Als der Terror begann, ließen wir uns ins All schießen, um dort gegen DJ POPO zu demonstrieren. Aber es war alles vergebens. Niemand außer uns ist noch da. Und wir raven immer noch. Hätten die Kids und Party-Gänger auf der Erde sich rechtzeitig gegen das Kommerzregime erhoben, wäre das alles niemals passiert und wir könnten auf unserem wunderschönen Planeten immer noch Partys, Raves, Geburtstage, Hochzeiten oder was auch immer feiern. Jetzt aber, nach 30 Jahren Weltraumfeierei geht unsere Nahrung und der Sauerstoffvorrat langsam zur Neige. Aber noch raven wir, mit DJs, Techno, Acid, House, Breakbeat, Gabber, Trip-Hop, Ambient und allem was sonst noch so dazu gehört.

Sternzeit *07/11/2029* (letzter Eintrag)

HE-C.ShuttlestationComp.Data-System_7.02
*08/11/2029* ……………………… {system error}
Battery Status: 0.02 % [system overload]
Life saving System: <1,4 % [CO² tanks empty] – [H²O tanks empty]
NavigationSystems: off
Controller: off
Shields: down
Reactor: energy level low
Power Status: <2% (no extern power batteries loaded)
Sound System: out of engine
Sound Status: no more music
Human Status: all humanoids dead (life possible)

incoming message

Sector 2.4 / 40,2
… unknown flying object identified
… extra terrestrial life on board
… calling us

Captain…
HE-C